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6 Minuten Lesedauer

Nomady: Was hinter der Alpen-Plattform für privates Camping steckt

Die Wiese hinter dem Hof, der Platz am Waldrand, das Ufer eines Teichs, an dem abends nur noch die Frösche reden: Genau diese Orte suchen wir, wenn wir mit Zelt, Bus oder Dachzelt losfahren. Und genau dort ist freies Übernachten in Deutschland, Österreich und der Schweiz fast immer verboten oder streng geregelt. Nomady Camping setzt an diesem Widerspruch an: Private Gastgeber öffnen ihre Wiesen, Höfe und Weinberge, du buchst online und schläfst legal dort, wo sonst ein Schild „Privatgrund“ steht.

Klingt nach der perfekten Antwort auf die Wildcamping-Frage. Ist Nomady Camping das auch? Wir haben uns die Plattform, ihre Gebühren und ihr Versprechen genau angesehen.

Nomady Camping in den Bergen
In diesem Artikel

Vom Schweizer Start-up zur Plattform für den Alpenraum

Nomady wurde 2019 in der Schweiz gegründet. Die Idee: Landwirte, Winzer und Privatleute stellen ungenutzte Flächen für wenige Gäste zur Verfügung, statt dass Camper auf überfüllte Plätze oder in die Illegalität ausweichen.

Heute umfasst das Angebot nach eigenen Angaben über 1.700 Camps und Unterkünfte. Neben der Schweiz, Deutschland, Österreich und Italien listet die Plattform inzwischen auch Frankreich als Reiseland. Laut Anbieter stehen über 110.000 Buchungen und mehr als 75.000 Bewertungen mit einem Schnitt von 4,87 Sternen zu Buche.

Nomady Camping mit Bus und Zelt
Nomady Camping mit VW T2 und Zelt

Die Fusion mit MyCabin

Anfang 2024 schloss sich Nomady mit MyCabin zusammen, dem süddeutschen Gegenstück mit Sitz in Konstanz. Für dich als Camper aus Deutschland war das der entscheidende Schritt: Erst seitdem ist das Angebot nördlich des Bodensees wirklich dicht geworden – vom Schwarzwald über die Fränkische Schweiz bis an die Ostsee.
Nomady VW Bus mit Bergpanorama

Lade dir die Nomady App auf dein Handy

So funktioniert die Buchung – vom Filter bis zur Wiese

Das Prinzip erinnert an Airbnb, nur mit Gras unter den Füßen. Der Ablauf ist schlank:

  1. Ort wählen: Du suchst über Karte, Region oder die neue Bildersuche, die Plätze nach Stimmungen statt nach Postleitzahlen sortiert.
  2. Filtern: Zelt, Van, Wohnmobil, Dachzelt, Hütte. Dazu Filter wie Feuerstelle, WC, Dusche, Hunde erlaubt oder abgeschiedene Lage.
  3. Buchen oder anfragen: Viele Plätze sind direkt buchbar, andere erst nach Bestätigung durch den Gastgeber.
  4. Ankommen: Die Anfahrtsbeschreibung kommt nach der Buchung. Oft begrüßt dich der Gastgeber persönlich, manchmal nur ein Schild am Zaun.

Die Unterkünfte reichen von der nackten Wiese über Tipis und Jurten bis zu Schlaffässern, Glaskuben und Gartenhütten. Wer kein eigenes Zelt besitzt, findet also genauso einen Platz.

Nomady Camping mit VW Bus
Nomady Alpencamping mit Panorama

Park Overnight: der pragmatische Zwischenstopp

Mit Park Overnight (PON) hat die Plattform ein zweites Standbein aufgebaut. Betriebe wie Bergbahnen oder Gemeinden geben ungenutzte Parkflächen für eine Nacht an Vans und Wohnmobile frei. Gebucht wird per QR-Code direkt vor Ort oder vorab in der App.

Die Preise liegen laut Anbieter bei etwa 10 bis 25 Euro pro Nacht. Romantik bietet das nicht, aber auf der Transitetappe ist es die ehrlichere Alternative zum Rastplatz. Zusätzlich zeigt die Plattform Ver- und Entsorgungsstationen an.

Nomady Zelten im Alpenraum
Nomady Camping mit Zelt am Bauernhof
Nomady Zelten in den Bergen

Warum Nomady mehr ist als eine Buchungsplattform

Hinter der Plattform steckt eine klare Haltung: sanfter, lokaler Tourismus, der Natur und Menschen gleichermaßen guttut.

  • Legal und entspannt: Du übernachtest mit Erlaubnis des Eigentümers – ohne nächtliches Klopfen an der Schiebetür.
  • Ruhe statt Masse: Private Gastgeber nehmen nur wenige Gäste auf. Oft hast du die Wiese ganz für dich.
  • Wertschöpfung vor Ort: Dein Geld bleibt beim Hof und in der Region.
  • Der Nomady-Pakt: Gäste verpflichten sich zu respektvollem Umgang mit Natur, Gastgebern und Nachbarn. Ein Versprechen, das die Community prägt.
  • Mikroabenteuer vor der Haustür: Die hohe Platzdichte macht spontane Nächte unter der Woche möglich. Freitagabend los, Samstagmittag zurück.

Lade dir die Nomady App auf dein Handy

Auch für Gastgeber ein Gewinn

Du hast selbst eine Wiese, einen Obstgarten oder einen ungenutzten Hofplatz? Ein Inserat ist kostenlos und schnell erstellt. Verfügbarkeit, Preise und Ankunftszeiten legst du selbst fest, die Abwicklung der Zahlung übernimmt die Plattform. So wird aus einer brachliegenden Fläche ein Treffpunkt für Menschen, die Natur schätzen – und ein willkommenes Zusatzeinkommen für Höfe und Familienbetriebe.
Nomady Camping mit VW Bus in den Bergen

Was kostet eine Nacht bei Nomady?

Die Preise legt jeder Gastgeber selbst fest. Eine Orientierung aus dem aktuellen Angebot:

  • Angebot

    Typische Preisspanne pro Nacht
  • Naturwiese in Deutschland oder Österreich

    ab ca. 17 €
  • Stellplatz in der Schweiz mit Aussicht

    ca. 35–70 CHF
  • Hütte, Jurte oder Glamping-Unterkunft

    ab ca. 45 €
  • Park Overnight

    ca. 10–25 € / 15–35 CHF

Hinzu kommt eine Servicegebühr, die vor dem Buchen klar ausgewiesen wird. Übrigens: Mit dem Newsletter der Plattform sparst du 10 Prozent, und für Outdoor-Fans in deinem Umfeld gibt es Geschenkgutscheine.

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Für wen eignet sich Nomady?

Die Plattform passt zu allen, die draußen das Besondere suchen:

  • Vanlifer und Dachzelt-Crews, die autark unterwegs sind und Weitblick über Infrastruktur stellen.
  • Familien, die ihren Kindern Tiere, Feuer und Wiese statt Parzelle zeigen wollen.
  • Wanderer und Trekker, die ihre Etappen mit Übernachtungen in der Natur verbinden.
  • Hundebesitzer, die über den Filter gezielt tierfreundliche Plätze finden.
  • Einsteiger ohne Ausrüstung, die in Hütte, Jurte oder Schlaffass reinschnuppern möchten.

Fünf Tipps für deinen ersten Aufenthalt

  • Lies die Platzbeschreibung vollständig. Dort findest du Details zu Toilette, Wasser, Strom und Zufahrt.
  • Schau dir die Anfahrt vorab an. Viele Plätze liegen herrlich abgelegen – mit großen Fahrzeugen lohnt ein Blick aufs Satellitenbild.
  • Schreib deinem Gastgeber kurz vorher. Eine Nachricht zur Ankunftszeit öffnet oft die Tür zum Hofladen oder zur Feuerholzkiste.
  • Hinterlass den Platz, wie du ihn vorgefunden hast. Nimm deinen Müll wieder mit – so bleiben die schönsten Orte zugänglich.
  • Teile deine Erfahrung. Eine Bewertung hilft der Community und freut den Gastgeber.

Fazit: Der Schlüssel zu den schönsten Wiesen im Alpenraum

Die Plattform bringt dich legal an Orte, die sonst verschlossen blieben, und schenkt Gastgebern einen guten Grund, ihr Stück Natur zu teilen. Das ist sanfter Tourismus, wie wir ihn uns wünschen: persönlich, ruhig und nah an der Landschaft. Mit der App wird daraus ein Werkzeug für spontane Abenteuer – vom Mikroabenteuer am Wochenende bis zum großen Alpen-Roadtrip.

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FAQ – Häufige Fragen zu Nomady

Ist Camping über Nomady legal?
Ja. Du übernachtest mit ausdrücklicher Erlaubnis des Grundstückseigentümers.
In welchen Ländern gibt es Nomady?
In der Schweiz, in Deutschland, Österreich und Italien. Frankreich ist inzwischen ebenfalls dabei.
Ist die App kostenlos?
Ja, der Download für iOS und Android ist gratis. Kosten entstehen erst bei einer Buchung.
Kann ich auch ohne Zelt oder Camper übernachten?
Ja. Hütten, Tipis, Jurten und Schlaffässer lassen sich genauso buchen wie Stellplätze.

Autor Benjamin Lamm
Benjamin Lamm
Fotos: © Nomady