Nomady: Was hinter der Alpen-Plattform für privates Camping steckt
Die Wiese hinter dem Hof, der Platz am Waldrand, das Ufer eines Teichs, an dem abends nur noch die Frösche reden: Genau diese Orte suchen wir, wenn wir mit Zelt, Bus oder Dachzelt losfahren. Und genau dort ist freies Übernachten in Deutschland, Österreich und der Schweiz fast immer verboten oder streng geregelt. Nomady Camping setzt an diesem Widerspruch an: Private Gastgeber öffnen ihre Wiesen, Höfe und Weinberge, du buchst online und schläfst legal dort, wo sonst ein Schild „Privatgrund“ steht.
Klingt nach der perfekten Antwort auf die Wildcamping-Frage. Ist Nomady Camping das auch? Wir haben uns die Plattform, ihre Gebühren und ihr Versprechen genau angesehen.

Vom Schweizer Start-up zur Plattform für den Alpenraum
Nomady wurde 2019 in der Schweiz gegründet. Die Idee: Landwirte, Winzer und Privatleute stellen ungenutzte Flächen für wenige Gäste zur Verfügung, statt dass Camper auf überfüllte Plätze oder in die Illegalität ausweichen.
Heute umfasst das Angebot nach eigenen Angaben über 1.700 Camps und Unterkünfte. Neben der Schweiz, Deutschland, Österreich und Italien listet die Plattform inzwischen auch Frankreich als Reiseland. Laut Anbieter stehen über 110.000 Buchungen und mehr als 75.000 Bewertungen mit einem Schnitt von 4,87 Sternen zu Buche.


Die Fusion mit MyCabin

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So funktioniert die Buchung – vom Filter bis zur Wiese
Das Prinzip erinnert an Airbnb, nur mit Gras unter den Füßen. Der Ablauf ist schlank:
- Ort wählen: Du suchst über Karte, Region oder die neue Bildersuche, die Plätze nach Stimmungen statt nach Postleitzahlen sortiert.
- Filtern: Zelt, Van, Wohnmobil, Dachzelt, Hütte. Dazu Filter wie Feuerstelle, WC, Dusche, Hunde erlaubt oder abgeschiedene Lage.
- Buchen oder anfragen: Viele Plätze sind direkt buchbar, andere erst nach Bestätigung durch den Gastgeber.
- Ankommen: Die Anfahrtsbeschreibung kommt nach der Buchung. Oft begrüßt dich der Gastgeber persönlich, manchmal nur ein Schild am Zaun.
Die Unterkünfte reichen von der nackten Wiese über Tipis und Jurten bis zu Schlaffässern, Glaskuben und Gartenhütten. Wer kein eigenes Zelt besitzt, findet also genauso einen Platz.


Park Overnight: der pragmatische Zwischenstopp
Mit Park Overnight (PON) hat die Plattform ein zweites Standbein aufgebaut. Betriebe wie Bergbahnen oder Gemeinden geben ungenutzte Parkflächen für eine Nacht an Vans und Wohnmobile frei. Gebucht wird per QR-Code direkt vor Ort oder vorab in der App.
Die Preise liegen laut Anbieter bei etwa 10 bis 25 Euro pro Nacht. Romantik bietet das nicht, aber auf der Transitetappe ist es die ehrlichere Alternative zum Rastplatz. Zusätzlich zeigt die Plattform Ver- und Entsorgungsstationen an.



Warum Nomady mehr ist als eine Buchungsplattform
Hinter der Plattform steckt eine klare Haltung: sanfter, lokaler Tourismus, der Natur und Menschen gleichermaßen guttut.
- Legal und entspannt: Du übernachtest mit Erlaubnis des Eigentümers – ohne nächtliches Klopfen an der Schiebetür.
- Ruhe statt Masse: Private Gastgeber nehmen nur wenige Gäste auf. Oft hast du die Wiese ganz für dich.
- Wertschöpfung vor Ort: Dein Geld bleibt beim Hof und in der Region.
- Der Nomady-Pakt: Gäste verpflichten sich zu respektvollem Umgang mit Natur, Gastgebern und Nachbarn. Ein Versprechen, das die Community prägt.
- Mikroabenteuer vor der Haustür: Die hohe Platzdichte macht spontane Nächte unter der Woche möglich. Freitagabend los, Samstagmittag zurück.
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Auch für Gastgeber ein Gewinn

Was kostet eine Nacht bei Nomady?
Die Preise legt jeder Gastgeber selbst fest. Eine Orientierung aus dem aktuellen Angebot:
-
Angebot
Typische Preisspanne pro Nacht -
Naturwiese in Deutschland oder Österreich
ab ca. 17 € -
Stellplatz in der Schweiz mit Aussicht
ca. 35–70 CHF -
Hütte, Jurte oder Glamping-Unterkunft
ab ca. 45 € -
Park Overnight
ca. 10–25 € / 15–35 CHF
Hinzu kommt eine Servicegebühr, die vor dem Buchen klar ausgewiesen wird. Übrigens: Mit dem Newsletter der Plattform sparst du 10 Prozent, und für Outdoor-Fans in deinem Umfeld gibt es Geschenkgutscheine.
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Für wen eignet sich Nomady?
Die Plattform passt zu allen, die draußen das Besondere suchen:
- Vanlifer und Dachzelt-Crews, die autark unterwegs sind und Weitblick über Infrastruktur stellen.
- Familien, die ihren Kindern Tiere, Feuer und Wiese statt Parzelle zeigen wollen.
- Wanderer und Trekker, die ihre Etappen mit Übernachtungen in der Natur verbinden.
- Hundebesitzer, die über den Filter gezielt tierfreundliche Plätze finden.
- Einsteiger ohne Ausrüstung, die in Hütte, Jurte oder Schlaffass reinschnuppern möchten.
Fünf Tipps für deinen ersten Aufenthalt
- Lies die Platzbeschreibung vollständig. Dort findest du Details zu Toilette, Wasser, Strom und Zufahrt.
- Schau dir die Anfahrt vorab an. Viele Plätze liegen herrlich abgelegen – mit großen Fahrzeugen lohnt ein Blick aufs Satellitenbild.
- Schreib deinem Gastgeber kurz vorher. Eine Nachricht zur Ankunftszeit öffnet oft die Tür zum Hofladen oder zur Feuerholzkiste.
- Hinterlass den Platz, wie du ihn vorgefunden hast. Nimm deinen Müll wieder mit – so bleiben die schönsten Orte zugänglich.
- Teile deine Erfahrung. Eine Bewertung hilft der Community und freut den Gastgeber.
Fazit: Der Schlüssel zu den schönsten Wiesen im Alpenraum
Die Plattform bringt dich legal an Orte, die sonst verschlossen blieben, und schenkt Gastgebern einen guten Grund, ihr Stück Natur zu teilen. Das ist sanfter Tourismus, wie wir ihn uns wünschen: persönlich, ruhig und nah an der Landschaft. Mit der App wird daraus ein Werkzeug für spontane Abenteuer – vom Mikroabenteuer am Wochenende bis zum großen Alpen-Roadtrip.
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