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Aus Glasgow, nicht aus dem Hochglanz-Katalog: Vango F10 Ultra Collection

Autor Benjamin Lamm 1
Benjamin Lamm
15. April 2026
Vango F10 Neon UL1 Lifestyle 09

Vango kommt aus Glasgow. Nicht aus München, nicht aus Innsbruck, nicht aus irgendeiner Schweizer Bergkulisse, die seit Jahren für Outdoor-Glaubwürdigkeit herhalten muss. Die Schotten bauen seit 1966 Zelte – für Leute, die draußen schlafen, weil sie es wollen, nicht weil es Instagram-tauglich ist. Die neue Vango F10 Ultra Collection für S26 ist das konsequenteste Argument, das Vango seit Jahren für sich selbst gemacht hat: Schlafsack, Zelt und Rucksack als Gesamtsystem. 2.400 Gramm. Fertig.

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Warum 2.400 Gramm eine Ansage sind

Wer regelmäßig mit dem Rucksack übernachtet, weiß: Die Grundlast aus Schlafen und Tragen entscheidet über alles andere. Was du am Körper hast, bestimmt, wie weit du kommst. Vangos F10 Ultra Package besteht aus drei Teilen – und alle drei folgen derselben Philosophie: keine Kompromisse beim Gewicht, keine Abstriche bei der Funktion.

Das ist einfacher gesagt als getan. Viele Hersteller optimieren ein Produkt und lassen die anderen hängen. Vango hat hier ein System gebaut.

Vango F10 Neon UL1 – 460 Gramm Zelt

Das Neon UL1 ist das Herzstück. Konzipiert für Ausdauersportler, Bergmarathons, ultraleichte Radfahrer und Solo-Backpacker, die weiter, höher und schneller wollen – und dabei kein Gramm mehr tragen als nötig. 460 Gramm Trailgewicht, 1 Liter Packmaß, Tunnelzelt-Konstruktion aus Protex 7D Double Silicone, gemeinsames Aufstellen von Innen- und Außenzelt in durchschnittlich fünf Minuten.

Wer Stehhöhe braucht, ist falsch. Wer eine trockene, windgeschützte Nacht will und dafür nicht mehr als eine 1-Liter-Flasche im Rucksack opfern möchte – genau richtig. Es ist ein Zelt für den minimalistischen Ultraleicht-Nutzer, der einfach einen geschützten Schlafplatz sucht. Nicht mehr, nicht weniger. Das ist keine Schwäche. Das ist Klarheit.

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Vango F10 Ultra 150 – 590 Gramm Schlafsack

150 Gramm Gänsedaune mit 1000er Füllkraft, eine Hydro-Barrier-Beschichtung, die die Leistung viermal länger erhält als unbehandelter Daune bei Nässe – und eine ARC-Technologie (Advanced Reflective Coating), die Körperwärme reflektiert, ohne Atmungsaktivität zu kosten. Komforttemperatur: +7 °C. Limit: +2 °C. Extrem: –12 °C. Gewicht: 590 Gramm.

Die Daune ist RDS-zertifiziert. Das sollte 2026 kein Verkaufsargument mehr sein – aber es ist immer noch eines. Gut, dass Vango es trotzdem nennt.

Vango F10 Ultra 150 Sleeping Bag Lifestyle 027 MR S26

F10 Ultra 35 – 720 Gramm Rucksack

720 Gramm, 35 Liter, 200D Dyneema Ripstop – extrem reißfest, abriebresistent, mit vollständig versiegelten Nähten und wasserdichtem Rollverschluss. Das Drei-Modus-Konzept macht den Ultra 35 zum flexibelsten Teil der Collection: Ultra Mode mit herausnehmbarem 7-mm-Alu-Rahmen und Hüftgurt für beladene Mehrtagestouren, Fast Mode für Trailruns und Fastpacking, Day Mode als reiner Tagesrucksack.

Ob das Drei-Modus-System im Alltag so nahtlos funktioniert wie auf dem Datenblatt – das werden wir testen.

Wild, aber nicht naiv

2.400 Gramm für Zelt, Schlafsack und Rucksack ist kein Rekord. Wer tief genug in die Ultraleicht-Szene abtaucht, findet Systeme, die noch leichter sind – und die dafür bei Haltbarkeit, Komfort oder Wetterfestigkeit Kompromisse eingehen, die man erst auf Tour merkt.

Auf dem deutschen Markt ist Vango kein unbeschriebenes Blatt – aber weit davon entfernt, in einem Atemzug mit den großen Namen genannt zu werden. Das Vango F10 Ultra Package könnte das ändern. Nicht weil es das Leichteste auf dem Markt ist, sondern weil es konsequent ist. Schottische Konsequenz. Wild und friedlich eben.


Bilder: © Vango