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Familienreise durch Südafrika – zusammen im Krüger-Nationalpark

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Text und Fotos: Marius Schatz/roadtyping

Schon als Kind – sehr geprägt von meinen Eltern – war ich vernarrt in alles, was draußen spielt. Selbst „Daktari“, damals längst ein Klassiker, lief bei uns rauf und runter. Naturfilme ersetzten mir Comics, und bei „Disneys Lustige Welt der Tiere“ konnte ich einzelne Szenen mitsprechen. Aus dieser frühen Prägung wuchs wohl meine Lust, loszuziehen, Neues zu sehen und die Natur unseres Planeten zu schätzen. Beton zog mich nie so sehr an wie Grün – bis heute fühle ich mich draußen am richtigsten aufgehoben.

In den letzten Jahren sind meine Frau Franzi und ich – später mit unseren zwei Jungs Leo (7) und Casper (5) – vor allem mit dem Camper unterwegs gewesen. West-, Nord- und Südeuropa haben wir ausgiebig erkundet. 2022 ließen wir den Camper nach Nordamerika verschiffen und fuhren quer durch Kanada und die USA. 2023 wechselten wir aufs Rad und pedalten mit den Kindern über die Alpen. 2024 führte uns die letzte große Tour vor Leos Schuleintritt bis ans Nordkap – einmal durch die raue, schöne Natur Skandinaviens. Als nächstes Ziel stand Südafrika auf dem Plan…

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Naturnah aufwachsen – Lernen von Mutter Erde 

Bei der Vorbereitung wie beim Reisen selbst stand immer im Vordergrund: Räume draußen erleben, fühlen – und ihre tierischen Bewohner verstehen. Wir lasen gemeinsam Geschichten zum künftigen Reiseland, vertieften uns in Bücher über Flora und Fauna. Uns Eltern war wichtig: Begeisterung und Respekt für die Natur weitergeben. Nicht mit erhobenem Zeigefinger, sondern so, dass die Kinder staunen – weil sie Dinge selbst sehen und begreifen.

Grizzlys bei der Lachsjagd beobachten, dem Röhren des Rotwilds lauschen, Vögel am Gesang erkennen, Pflanzen bestimmen, und jedes Wesen lieben lernen – so unser Ansatz. Gerade für die Jüngsten ist ein feines Gespür fürs Ökosystem der beste Schlüssel, um es zu bewahren.

Inzwischen sind die beiden kleine Tierkundler, träumen davon, Tierärzte und -schützer zu werden, essen den Tieren zuliebe vegetarisch und werfen den Großeltern unmutige Blicke zu, wenn mal eine Fliege dran glauben soll.

Uns ist klar: Fernreisen belasten die Natur. Und doch möchten wir den Kindern mehr von der Welt zeigen – weil Begegnungen jenseits der eigenen Blase auch das Miteinander stärken. Also suchen wir neben Landschaften bewusst den Kontakt zu anderen Kulturen, Religionen und Menschen, die anders aussehen als wir. 

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Reiseplanung wie ein Profi – stressfrei unterwegs mit Kindern

Mit den Jahren reifte der Wunsch, weiter hinauszublicken – besonders auf einen Kontinent, den wir mit den Kindern noch nicht betreten hatten: Afrika. Dieser vielfältige Erdteil, den ich seit den Tierdokus meiner Kindheit liebe, hat mich nie losgelassen, obwohl ich noch nie dort war.

Die Zielwahl fiel dann leicht. Nur wenige Orte bieten so intensive Begegnungen mit Wildtieren und Landschaft wie einer der größten Nationalparks Afrikas: der Krüger-Nationalpark in Südafrika. Berühmt für seine enorme Artenfülle und für Landschaften von Savanne über Busch bis zu Flussläufen.

Seine Dimensionen sind beeindruckend: 350 km von Nord nach Süd, 30–40 km von West nach Ost – ideal, um ihn im eigenen Fahrzeug kennenzulernen. Self-Drive-Safaris sind erlaubt, man entdeckt den Park auf eigene Faust.

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Unsere Must‑haves für den Krüger‑Nationalpark mit Kindern

Mit dem Camper planen wir sonst eher grob und werfen Pläne unterwegs auch mal um. Für den Krüger mit Mietwagen ist es komplexer. Unterstützung kam von For Family Reisen, einem Spezialisten für Fernreisen mit Kindern mit viel Planungs-Know-how.

Weil wir uns nicht um unzählige Buchungen von Unterkünften, Wagen und Safaris oder eine minutiöse Route kümmern mussten, konnten wir uns auf das konzentrieren, was wir erleben wollten: Bücher nach besonderen Tieren durchforsten, Naturereignisse entlang der Strecke markieren und uns mit Geschichten und Filmen auf Afrika einstimmen.

Für uns passten die Sommerferien: Im südafrikanischen Winter ist es tagsüber mild statt brütend heiß, Bäume und Büsche tragen wenig Laub – ideal zum Beobachten. Und: kaum Mücken, entsprechend geringes Malaria-Risiko.

Ab da hieß es: die Tage zählen, bis es losgeht.

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Hinflug nach Südafrika – entspannt auf der Langstrecke mit Kids

Anfang August geht’s los: München – Johannesburg. Unser vierter Langstreckenflug mit den Kindern – wir wissen, worauf es ankommt: gute Zeiten und Snacks, Snacks, Snacks.

Unsere Reiseagentin bei For Family Reisen hat perfekte Abflug- und Umstiegszeiten gefunden. Entspannt am Nachmittag von München Richtung London, nach kurzem Stopp weiter nach Johannesburg.

Der Abflug um sieben Uhr abends passt in den Schlafrhythmus. Knapp 13 Stunden später landen wir – die Jungs haben mehr geschlafen als wir „Erwachsenen aka Bett & Kissen“. Und da es keine Zeitverschiebung gibt, gerät der Biorhythmus nicht durcheinander.

Als Deutsche brauchen wir kein Visum; vom Gepäckband geht’s direkt raus – erstes Mal südafrikanische Luft.

Bei der Autovermietung erwartet uns ein freundliches Ehepaar, das für den Veranstalter die Einweisung übernimmt. Roadbook in die Hand, ein paar Hinweise zum Fahren – Linksverkehr in Südafrika – und los. Mit einer kleinen Portion Respekt, viel Vorfreude und ordentlich Abenteuerlust rollen wir aus dem Parkhaus.
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Von Johannesburg in den Krüger‑Nationalpark – die erste Etappe

Eine Nacht bleiben wir in Johannesburg, am nächsten Morgen fahren wir die 500 Kilometer nach Phalaborwa, einem der Parkeingänge.

Die Fahrt ist entspannter als gedacht: Straßen top, an den Linksverkehr gewöhnt man sich flott, alles läuft geregelt. Unterwegs: weite Landschaft, Bäume voller Webervogelnester an der Tankstelle, später provisorische Townships an den Städten.

Letztere lösen bei den Kindern eine tiefgehende Diskussion über Gleichheit und Gerechtigkeit aus – unsere Elternherzen hüpfen. Wären wir alle ein bisschen mehr Kind geblieben.

Und plötzlich, neben der Straße im Private Reserve: die erste Giraffe. Magisch. Ein großes „Hallo: Hier in Afrika!“

Kurz darauf – längst dunkel, denn um 18 Uhr ist es stockfinster – erreichen wir Phalaborwa und unsere Unterkunft, nur fünf Minuten vom Gate entfernt.

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Erste Beobachtungstour im Krüger – Self‑Drive aus nächster Nähe

Am nächsten Morgen, nach dem Frühstück und mit genug Snacks, geht’s zum Phalaborwa Gate. Kurz registrieren, Eintritt von ca. 70 Euro für uns vier zahlen. Im Shop gibt’s Karten mit Listen von Tieren und Pflanzen zum Abhaken.

Wichtigste Begleiter: Ferngläser und das Kameraobjektiv mit großem Zoom.

Zunächst rollen wir entspannt über Asphalt, dann nehmen wir den ersten Loop – Schotter. Der Park ist von größeren, teils asphaltierten Hauptwegen durchzogen; davon zweigen Schleifen und Verbindungswege ab, oft zu Wasserlöchern oder Aussichtspunkten.

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Dann geht’s Schlag auf Schlag: Impalas direkt neben uns, so nah und so viele. Rotgesichtlöffler waten durchs Wasser. Unsere erste Giraffe steht gleich hinter dem Baum am Weg. Ein kleines Moschusböckchen huscht vorbei – diese Antilope ist nur bis zu 40 Zentimeter hoch an der Schulter.

Ein lautes Knacken – ein riesiger Elefant reißt genüsslich Zweige ab und verspeist sie.

Bis zum Mittagsstopp sehen wir Zebras, weitere Elefanten und Büffel. Wir sind überwältigt – mit so vielen Tieren in so kurzer Zeit hatten wir nicht gerechnet. Doch genau das ist Krüger: Artenvielfalt pur.

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Mit dem eigenen Auto durch den Park zu fahren, ist kleines Abenteuer und perfekt, wenn man sich Zeit zum Beobachten nehmen will.

Im Park gibt es ausgewiesene Picknickstellen, oft mit kleinem Shop oder Restaurant; teils kann man dort in Lodges übernachten. Am Tisch packen wir unser Essen aus – sofort sind wir umringt von blau schimmernden Rotschulter-Glanzstaren und witzigen Rotringtokos, einem neugierigen Hornvogel. Unzählige Borstenhörnchen hoffen ebenfalls auf Krümel.

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Weiter geht’s am Letaba River entlang. In der Ferne: Flusspferde. Elefanten baden. Wer stehen bleibt und die Szenerie in Ruhe liest, entdeckt immer mehr: Gnus, einen Fischadler, Wasserböcke, Kudus. Wasser ist Lebenselixier – es versammelt die Arten.

Zurück Richtung Lodge führt die Straße weg vom Fluss. Wir sehen Strauße, eine große Elefantenherde, viele Giraffen, die die Hälse ineinanderlegen.

Völlig geflasht von Tag eins fahren wir heim – die Vorfreude auf die nächsten Tage ist grenzenlos.

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Quer durch den Park – vom Phalaborwa Gate bis zum Orpen Gate

Der Park ist riesig und landschaftlich vielfältig. Beim Wechsel in die nächste Unterkunft nutzen wir das und fahren innen statt über die „normale“ Straße. Es gibt mehrere Ein- und Ausgänge.

Unsere Route: Phalaborwa Gate – Restcamp Olifants – Orpen Gate. Insgesamt 250 km, dafür nehmen wir uns den ganzen Tag.

Gleich zu Beginn treffen wir auf den Hornraben, in vielen Kulturen Afrikas mit Mythen über Regen, Dürre und Wetter verknüpft. Die großen Vögel treten neugierig an uns heran.

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Ein Loop zum Wasserloch bringt uns ganz nah an Krokodile und eine Gruppe Hippos. Diese Tiere aus kürzester Distanz zu sehen, ihr Ausatmen zu hören, das Grunzen – unbeschreiblich.

Mit unserem kleinen Mietwagen – kein Offroader – queren wir ein trockenes Flussbett. Zwei Sattelstörche schreiten grazil durch das Sandband. Bis zu 145 Zentimeter groß, mit rot-schwarz gestreiften Schnäbeln – die Kinder finden sie „irgendwie lustig“.

Kurz vor der Pause: eine große Pavianfamilie quert die Straße, vom Alphamännchen bis zum Baby.

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Geführte Game Drives – Wissen sammeln statt bloß Bilder

Matt erwartet uns sichtlich erleichtert – wir waren erst nach Einbruch der Dunkelheit da. Nicht die Nacht an sich ist heikel, sondern dass dann viele Tiere aktiv werden; unmarkierte Wege tun ihr Übriges. In den Bush Lodges sollen wir nur auf beleuchteten Pfaden laufen – hier streift mitunter ein Leopard umher. Ein Hauch Nervenkitzel.

Überall wurden wir freundlich empfangen; die Kinder fühlten sich sofort wohl. Man spürt Erfahrung – und damit die gute Unterkunftswahl unseres Veranstalters.

Ausgeschlafen geht’s nicht in den Nationalpark, sondern auf unseren ersten Game Drive im Private Reserve der Lodge.

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Der klassische Land Cruiser mit Safari-Aufbau steht bereit. Die Kinder lieben das Auto – und die Guides noch mehr.

Wir lernen enorm viel über Tiere und das Leben im Busch, schauen den Winzlingen nach – dem Ameisenlöwen, also der Larve der Ameisenjungfer. Neben den „Big Five“ erfahren wir von „Small Five“ und „Ugly Five“. Wir lesen Fährten, folgen Spuren, unterscheiden Kot.

Jetzt wissen wir: Spitzmaulnashorn-Kot ist rötlich, der von Löwen weiß und hart. Spannend und lehrreich – auch wenn wir kaum Tiere zu Gesicht bekommen.

Dann, an einem kleinen Wegekreuz, liegt plötzlich ein Leopard im Sand und sonnt sich. Minutenlang können wir ihn beobachten, bevor er im Busch verschwindet.

Magisch. Solche Momente sind selten. Ein privater Game Drive, wie ihn For Family Reisen organisiert hat, ist wirklich empfehlenswert.

Zurück in der Lodge lodert im Boma bereits das Braai – südafrikanische Grilltradition.
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Panorama Route – Canyons, Wasserfälle und Bergdörfer

Nach drei intensiven Safari-Tagen wollen wir ins Hinterland, die Panorama Route entlang. Sie zieht über die Drakensberge, vorbei an tiefen Canyons und zahllosen Wasserfällen.

Wir bekommen authentische Einblicke in das einfache Leben armer Bergdörfer. Diese Bilder erden uns – welch Glück, einfach anderswo geboren zu sein.

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Auch an den Kindern zieht das nicht vorbei. Viele Fragen, und sie stören sich besonders am Müll, der nun am Rand der Städtchen und Townships sichtbar wird.

Bei den Three Rondavels – einer Felsformation, die an traditionelle Hüte erinnert – liegt uns der Blyde River Canyon zu Füßen. Ein bisschen Grand Canyon-Gefühl.

Hinter uns: kleine Stände. Händler*innen bieten kunstvoll gefertigte, handgemachte Souvenirs an.

Weiter geht’s über frisch asphaltierten Belag durch dichten Eukalyptus, später Kiefern, streng im Schachbrettmuster gepflanzt. Nach der kargen Trockenheit wirkt das fremd.

Wir erfahren: industrielle Monokulturen – ökologisch problematisch durch Wasserentzug, Bodendegradation und den Verlust von Lebensräumen. Der sonst geliebte Wald bekommt einen schalen Beigeschmack.

Genau solche Erkenntnisse prägen uns und die Kinder.

Bei „God’s Window“ kehrt die heimische Biosphäre zurück – mehr noch: Durch die Höhenlage und das feuchte Klima hat sich ein kleiner Regenwald gebildet, der üppig wuchert.

Am Aussichtspunkt treffen wir eine Schulklasse. Die Kinder freuen sich sichtlich über unsere zwei Blondschöpfe, jeder grüßt, unsere grinsen zurück.

Zum Abschluss lohnt der Glaslift von Graskop: Mit dem Lift hinab in einen Canyon, unten ein Lehrpfad durch die Flora und Fauna. Tafeln erklären Bewohner vom Schmetterling bis zum Affen.

Abends erreichen wir unsere Unterkunft in Hazyview. Subtropisches Klima: Bananen und Macadamianüsse prägen die Gegend, die Vegetation ist entsprechend üppig.
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Südafrika und Sicherheit – unser offener Erfahrungsbericht

Vor der Reise habe ich die Empfehlungen des Auswärtigen Amts gründlich gelesen. Vieles hat For Family Reisen in Gesprächen aufgefangen, ein Rest Unsicherheit blieb.

Vor Ort nahm sie uns die Bevölkerung. Wir fühlten uns sicher und willkommen – freundlich aufgenommen von sehr offenen Südafrikanern jeder Hautfarbe.

Am mulmigsten war mir beim in den Medien berüchtigten „Numbi Gate“. Die Zufahrt führt durch ein Township, es gab immer wieder Überfälle auf Touristen. Die Lodge-Managerin meinte: medial zugespitzt – seit Jahren nichts passiert. Man könne auch über das Phabeni Gate fahren, das ohnehin näher liege.

Das spiegelt gut meine Gefühlslage vor und nach der Reise: Vorurteile lassen im Kopfkino Bilder entstehen – bis man selbst vor Ort ist, Menschen und Umgebung kennenlernt und merkt, wie unbegründet manches war. Schade, wenn man sich dadurch hätte abhalten lassen.
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Wieder im Krüger – Löwen, Krokodile und große Herden

Früh sind wir wieder im Park – heute stehen rund 170 Kilometer an. Die Vorfreude knistert. Ferngläser und Kamera liegen bereit, das Bestimmungsbuch dazwischen bei den Jungs.

Durchs Tor – und wieder in dieser wilden, wunderbaren Welt, ganz konzentriert auf das, was hinter der Scheibe passiert.

Im kleinen Wald steht eine Gruppe stattlicher Elefantenbullen. Wir sind uns schnell einig: der größte Bulle bisher. Er fächert mit riesigen Ohren, die Stoßzähne sind wohl so lang wie Casper groß.

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Im südlicheren Parkteil erleben wir wirklich große Herden: Elefanten, Giraffen, Zebras, Gnus.

Am Wasserloch kommen wir einem gewaltigen, in der Sonne liegenden Krokodil sehr nahe. Mit dem amerikanischen Alligator in Floridas Sümpfen hat dieses Tier wenig gemein. Prompt zählen die Kinder die Unterschiede auf – ich bin ein bisschen stolz auf ihr Wissen.

Weiter vorn eine Traube Fahrzeuge am Straßenrand – ein untrügliches Zeichen. Und tatsächlich: etwas oberhalb liegt ein Löwe mit zwei Löwinnen und hält Mittagsschlaf.

Nach einer Weile hebt er den mächtigen Kopf und blickt in die Ferne. Ein erhabener Moment.

Wir stören das Rudel nicht lange, fahren weiter. Einige Antilopen zeigen uns ihre Symbiose mit dem Rotschnabel-Madenhacker, der sie von Parasiten befreit.

Mehr und mehr begreifen die Kinder, wie eng alles verwoben ist – und dass auch wir in Deutschland Einfluss haben.

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Die letzte Lodge – endgültig in Afrika angekommen

Nach Einbruch der Nacht erreichen wir die letzte Lodge, mitten in einem Game Reserve. Ein bisschen verrückt, in dunkler Wildnis zu fahren, wissend, wer hier lebt – und dann spiegeln sich Hunderte Augen im Scheinwerferlicht. Als wir auf den Parkplatz rollen, sind wir erleichtert.

Hier bestätigt sich erneut unsere Entscheidung für den Reiseveranstalter: Private Game Reserve, direkt am Crocodile River. Vom Zimmer aus hören wir die Hippos grunzen. Gänsehaut.

Sachen ins Zimmer, dann ans Feuer – Braai. Dieses gemeinsame Sitzen hat uns schon im Blut, es verbindet mit einer uralten Tradition.

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Früh ins Bett, denn am nächsten Morgen startet der Drive um 5:45.

Der Wecker klingelt, wir wecken die Kinder. Minuten später sind sie hellwach – das Wort „Safari“ wirkt.

Pufferjacken an, in die Decken im Jeep einkuscheln. Noch ist es dunkel, dann bricht das erste Licht über die Landschaft.

Wir durchstreifen das Reserve, sehen zunächst wenig. Bis zur Kaffee- und Tee-Pause bleibt es ruhig.

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Dann geht alles schnell: frische Nashorndung, Spur gelesen, Richtung erkannt – keine fünf Minuten später stehen vier wunderschöne Breitmaulnashörner vor uns.

Der Ranger erklärt, wie groß das Geschäft mit der Wilderei weiterhin ist; man patrouilliert permanent, inzwischen sogar mit Drohnen, um die Tiere zu schützen.

Die Kinder verstehen nicht, wie man nur des Horns wegen jagt – und mir fehlen die Worte. Logisch zu erklären ist das nicht.

Zum Schutz tragen die Tiere hier keine Hörner mehr. Doch Hörner sind nicht nur Schmuck – sie haben eine Funktion, die den Tieren durch das Stutzen fehlt.

Keine 100 Meter weiter entdeckt unser Fahrer, gut versteckt, eine Löwin, die ihre Beute von letzter Nacht sorgfältig abschleckt. An so einem Riss zehren sie meist mehrere Tage, bleiben in der Nähe.

Zurück von der Morgensafari gibt’s erst Frühstück, dann beobachten wir von der Lodge-Plattform das Treiben am Fluss. Eine Antilope und eine kleine Rotte Warzenschweine verirren sich aufs Gelände – Beobachtung auf wenige Meter.

Am Abend noch ein Drive: Wir schauen bei „unserer“ Löwin vorbei – immer noch am Gnu – und treffen eine Nashornmutter mit ihrem trolligen, neun Monate alten Kalb.

Später: Zebras, Gnus, Antilopen, Giraffen. Ein riesiger Elefantenbulle streckt sich lange nach frischen Blättern ganz oben, kommt nicht recht hin – und reißt schließlich den massiven Ast herunter. Welche Kraft.

Mit der Nacht kehren wir zurück zur Lodge.

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Weshalb Südafrika mit Kindern so besonders ist

Auf dem Rückweg zum Flughafen – 5,5 Stunden – lassen wir zwei Wochen Revue passieren. Was wir sehen durften, was hängen bleibt, welche Tiere uns begegnet sind: Wahnsinn.

Wir haben Land und Leute kennengelernt und Vorurteile über Bord geworfen. Die Kinder haben viele Wildtiere in ihrem Habitat gesehen, verstanden, warum Klimaschutz nötig ist und wie kostbar Wasser ist.

Das Abenteuer im Mietwagen hat uns mittenhineingestellt – und dank der Planung von For Family Reisen fühlten wir uns nie verloren: Unterkünfte passend, Aktivitäten noch besser.

Südafrika hat einen großen Platz in unseren Herzen erobert. Wir hoffen, etwas von dieser Begeisterung weiterzugeben.

Sien jou weer

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Weiterführende Infos zum Reiseanbieter* findest du auf:

FOR FAMILY REISEN

Nützliches Wissen


  • Währung & Bezahlen (Pfund, schottische Banknoten):

    Die Währung ist der Südafrikanische Rand (ZAR): 1 Rand entspricht etwa 20 Rand, der Wechselkurs ist jedoch stets zu beachten. Bargeld ist sinnvoll für Trinkgelder, kleine Märkte, Straßenestände, Parkwächter und Tankstellenhelfer. Ansonsten ist kontaktlose Zahlung weit verbreitet.

  • Zahlen zum Nationalpark::

    Die Gesamtfläche beträgt rund 19.500 km² und verfügt über eine erstaunliche Artenvielfalt. In dem Park leben da. 147 Säugetierarten, über 500 Vogelarten, rund 114 Repitilienarten und mehr als 2.000 Pflanzenarten.

  • Linksverkehr:

    In Südafrika gilt: immer links fahren. Deshalb besondere Vorsicht in Kreisverkehren (im Uhrzeigersinn) und beim Abbiegen. Auch wann die ersten Kilometer ungewohnt sind, geht die Umstellung schneller als gedacht. Autobahnen sind meist gut ausgebaut und klar beschildert, Landstraße sind in unterschiedlich gutem Zustand. Mit Schlaglöchern o.ä. ist zu rechnen. 

  • Öffnungszeiten::

    Die Gates öffnen und schließen strikt mit Sonnenauf- und -untergang. Wer im Park übernachtet, darf sich bei geschlossenen Camp-Toren nur innerhalb des Camps aufhalten. 

  • Verkehr durch den Krüger:

    Self-Drive ist erlaubt: man darf mit dem eigenen Wagen den Park erkunden – ein großer Unterschied zu vielen anderen afrikanischen Nationalparks. Es gilt: Tiere haben immer Vorfahrt und Aussteigen nur an gekennzeichneten Stellen. Man soll Abstand halten (besonders bei Elefanten), Fenster bleiben weitestgehend geschlossen (v.a. bei Raubtieren). Die offiziellen Wege sind niemals zu verlassen.

  • Sichtungs-Tipps::

    Frühmorgens und spätabends sind die Tiere am aktivsten. Wasserlöcher sind Hotspots und wo viele Autos sind, lohnt sich immer ein Stopp. 


Wer ist roadtyping about us
ÜBER DIE AUTOREN

»roadtyping«

Roadtyping ist ein Outdoor- und Reise-Label aus dem Allgäu, gegründet 2016 von Franzi und Marius. Hinter der Marke steht ihre Familie mit den Söhnen Leo und Casper sowie Labradorhündin Lotta, die im Sprinter-Campervan unterwegs ist. Roadtrips mit dem VW Bulli, Bergseen und Nächte unterm Sternenhimmel liefern Motive und Ideen für Karten, Papeterie und weitere Produkte, die Geschichten von unterwegs erzählen. Das Basecamp liegt in Kaufbeuren: von dort geht’s am liebsten in die Berge – zu Fuß, mit dem Bike oder über Passstraßen.

Aus dem Herzensprojekt wurde eine Reise mit Messen, vielen Begegnungen und heute ca. 400 lokalen Shops weltweit, die ihre Produkte anbieten. 2022 verschifften sie den Sprinter nach Kanada und fuhren neun Monate (35.000 km) bis Alaska und entlang der Pazifikküste bis Los Angeles. Sie nennen sich Designerin und Konzepter, Dichterin und Denker – Ehepaar, Eltern, Träumer und Optimisten. Unter dem Motto „Goods for Globetrotters“ teilen sie Inspiration und Einblicke in die Entstehung der Produkte.

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