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14 Minuten Lesedauer

Grand Gourmet Rides

Drei Alpenpässe an einem Tag oder eine Gravelrunde zu den Schlössern des Seetals: Unter dem Namen Grand Gourmet Rides hat Schweiz Tourismus 14 Radrouten zusammengestellt, die bei Käsereien und Weinkellern Halt machen. Sie verteilen sich auf sieben Regionen zwischen Genfersee und Luganersee, und jede ist bei komoot gespeichert. Die kürzeste rollt auf knapp 23 Kilometern über das Kopfsteinpflaster der Tremola – für die längste rechnet man zwei bis drei Tage. Hier sind alle Routen mit Karten, Streckendaten und den Adressen für die Pause.

Rennvelo Furka 6

Was die Grand Gourmet Rides sind

Die Idee ist einfach. Schweiz Tourismus hat Radrouten ausgesucht, die an Orten vorbeiführen, an denen sich das Anhalten lohnt. An einer Alpkäserei über dem Schwarzsee etwa, an Grotti im Tessiner Malcantone, an den Weinkellern von Auvernier oder an einer alten Berner Feuerwache, in der heute gekocht wird. Gespeichert sind die Strecken auf der Plattform komoot. Angelegt hat sie das Konto „Switzerland Tourism“, zwei Tessiner Routen gemeinsam mit Ticino Turismo. Auf myswitzerland.com sind sie nach Rädern sortiert: vier Routen für das Rennrad, fünf für das Gravelbike, drei für das Mountainbike, zwei für das E-Bike.

Gemütlich ist davon wenig. komoot stuft zwölf der 14 Routen als schwer ein; als mittelschwer gelten nur die Rennradstrecke von Andermatt über den Gotthard nach Airolo und die E-Bike-Route von Fribourg zum Schwarzsee. Die Spanne reicht von 22,7 bis 213 Kilometern und von 650 bis 3780 Höhenmetern. Für die Runde durchs Drei-Seen-Land und die Gravelroute durch den Jura schlägt komoot mehrere Tage vor. Praktisch ist, dass jede Route an einem Bahnhof oder einer Bushaltestelle beginnt. Wer mit dem Zug anreist, braucht kein Auto, auch nicht für die Strecken, die an einem anderen Ort enden, als sie beginnen.

Als fertiges Paket lassen sich die Grand Gourmet Rides bisher nicht buchen. Wer Unterkunft und Gepäcktransport organisiert haben möchte, wendet sich an einen Radreiseveranstalter. Als Partner nennt Schweiz Tourismus den Veranstalter Eurotrek, den Fahrradhersteller BMC aus Grenchen und den Flaschenhersteller SIGG aus Frauenfeld. Die komoot-Sammlung von Schweiz Tourismus enthält sieben der Routen, eine pro Region; die übrigen sieben stehen auf den Unterseiten von myswitzerland.com. Wir haben alle 14 zusammengeführt.

Die 14 Routen auf einen Blick

Die Namen führen zu den Beschreibungen weiter unten. Distanz (km), Höhenmeter im Anstieg (Hm) und die Einstufung (Stufe) stammen von komoot.

RouteRadkmHmStufe
Sempachersee & Seetal
Herzschlaufe SeetalGravel1141770schwer
Conquer the HillsGravel98,61830schwer
Tessin
Malcantone HillsGravel52,21290schwer
Bellinzona – Gotthard – AiroloRennrad96,32210schwer
Jura & Drei-Seen-Land
Drei-Seen-LandE-Bike2131530schwer
Durch den Schweizer JuraGravel1663780schwer
Waadt
Montreux Panorama BikeMTB29,71250schwer
Dörfer des Pays-d’EnhautMTB36,61100schwer
Fribourg
Röstigraben-TourMTB391220schwer
Von Fribourg zum SchwarzseeE-Bike35,4810mittel
Bern & Gstaad
Gstaads Pédaleur de CharmeRennrad58,91030schwer
Gürbentaler-LoopGravel66,5780schwer
Andermatt
The High TripleRennrad1203680schwer
Andermatt – Gotthard – AiroloRennrad22,7650mittel

Die Beschreibungen von Schweiz Tourismus, sortiert nach Radtyp:

Sempachersee und Seetal: Gravel mit Schlossblick

Herzschlaufe Seetal

Gravel · 114 km · 1770 Hm · komoot: schwer · Start und Ziel: Bahnhof Eschenbach LU

Den Namen hat sich die Route von einer E-Bike-Strecke geliehen: Die Herzschlaufe Seetal ist eine Schleife der Herzroute und als Route 599 von SchweizMobil ausgeschildert. Die Gravelvariante von Schweiz Tourismus beginnt am Bahnhof Eschenbach und kommt schnell zur Sache. Nach gut sieben Kilometern steigt ein Weg auf kurzer Distanz um 80 Meter an; komoot warnt, dass man dort womöglich schieben muss. Bei Kilometer 13 steht die Burgruine Nünegg über Lieli; später führt die Strecke durchs Seetal nach Lenzburg, wo das Schloss über der Altstadt liegt.

Für die Pause nennt Schweiz Tourismus das Hotel-Restaurant Eichberg über dem Hallwilersee, die Dorfwirtschaft in Rickenbach und Schloss Rued. Die mittelalterliche Burg dort brannte 1775 ab; das danach errichtete Schloss ist heute ein Hotel mit Restaurant und Bar. Hinter Schlierbach öffnet sich der Blick über den Sempachersee bis zu den Alpen. Technisch verlangt die Runde wenig: Gut ein Drittel führt über Feld- und Waldwege, der Rest über Straßen. Schwer machen sie die Länge und die Summe der Anstiege.

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Conquer the Hills

Gravel · 98,6 km · 1830 Hm · komoot: schwer · Start: Sursee

Sportlicher ist die zweite Gravelrunde der Region, wie schon ihr Name ankündigt. Conquer the Hills beginnt in Sursee und sammelt auf knapp 100 Kilometern 1830 Höhenmeter. Gut ein Drittel der Strecke verläuft auf losem Untergrund. Aussicht gibt es am Lehn und am Menzberg, später passiert die Route die Flüesskapelle und den Steinibühlweiher, bevor sie am Stadtcafé in Sursee endet. Als Halt empfiehlt Schweiz Tourismus das Chässtübli der Agrovision Burgrain in Alberswil, eines Biohofs, auf dem auch das Schweizerische Agrarmuseum untergebracht ist. Übernachten lässt sich im Hotel Vogelsang in Eich, oberhalb des Sempachersees.

Tessin: Grotti im Malcantone, Pflaster am Gotthard

Malcantone Hills

Gravel · 52,2 km · 1290 Hm · komoot: schwer · Start und Ziel: Bahnhof nördlich von Lugano

Das Malcantone ist das Hügelland westlich von Lugano, mit Kastanienwäldern und kleinen Dörfern bis an die italienische Grenze. Schweiz Tourismus hat die Runde zusammen mit Ticino Turismo angelegt. Sie misst nur 52 Kilometer, ist mit 1290 Höhenmetern aber steil genug, dass komoot an einigen Stellen mit Schieben rechnet. Auf kurzen Abschnitten ist Radfahren sogar verboten.

Nach zehn Kilometern liegt das Grotto Antico in Bioggio an der Strecke. Grotti waren ursprünglich Felsenkeller, in denen Wein und Käse kühl lagerten; heute sind es einfache Gasthäuser mit Tischen aus Granit. Zwei Kilometer weiter keltert die Cantina Monti in Cademario Weine, die den Namen der Region tragen. Über Breno mit der Kirche San Lorenzo und Miglieglia, wo das Gästehaus Casa Santo Stefano steht, führt die Strecke hinunter an den Luganersee. Die letzten Kilometer rollen über die Seepromenade von Caslano und den Radweg zwischen Agno und Ponte Tresa.

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tremola bike Parisiva 2

Gotthardpass: von Bellinzona nach Airolo

Rennrad · 96,3 km · 2210 Hm bergauf, 1290 bergab · komoot: schwer · Start: Bellinzona, Ziel: Airolo

Die zweite Tessiner Route ist für das Rennrad. Bei komoot heißt sie „Airolo bis Biasca, Bellinzona und Täler“, gefahren wird aber von Süden nach Norden. Sie beginnt in Bellinzona unterhalb der drei Burgen, die seit 2000 zum Unesco-Welterbe gehören, und folgt dem Fluss Tessin durch die Riviera und die Leventina bergauf. In Giornico, nach gut 33 Kilometern, liegt die Cantina Settemaggio. Danach steigt die Straße bis zum Gotthardpass auf gut 2100 Metern.

Hinunter nach Airolo führt die Tremola. Die Straße wurde 1827 bis 1832 gebaut; auf ihrem bekanntesten Abschnitt windet sie sich auf vier Kilometern durch 24 Kehren. Sie ist zu großen Teilen mit Granit gepflastert und gilt als längstes Straßenbaudenkmal der Schweiz. In Airolo betreibt der Caseificio del Gottardo eine Schaukäserei mit Restaurant. Ziel der Route ist das Bed & Bike Tremola San Gottardo. Teile der Strecke sind von November bis Mai gesperrt.

Jura und Drei-Seen-Land: Weinberge und Wytweiden

Fahrradurlaub im Drei-Seen-Land

E-Bike · 213 km · 1530 Hm · komoot: schwer, zwei bis drei Tage · Start und Ziel: Biel

Bielersee, Neuenburgersee, Murtensee: Die E-Bike-Runde verbindet die drei Seen, nach denen die Region heißt. Mit 213 Kilometern ist sie die längste der 14 Routen; komoot schlägt zwei bis drei Tage vor. Über 630 Meter steigt sie nie; als schwer gilt sie wegen der Ausdauer, die sie verlangt. Unterwegs liegen die Altstädte von Murten, Yverdon-les-Bains, La Neuveville und Twann. Am Südufer des Neuenburgersees steht ein Aussichtsturm in der Grande Cariçaie, dem größten Seeufer-Feuchtgebiet der Schweiz. Es zieht sich rund 40 Kilometer am Ufer entlang, und hier lebt etwa ein Viertel aller Pflanzen- und Tierarten des Landes.

Am Nordufer folgen Rebberge und der Weinkeller des Château d’Auvernier, in Neuenburg das Hotel Beaulac. Zurück in Biel endet die Runde im Restaurant Ecluse. Es hat sich in einer alten Kompassfabrik eingerichtet und kocht nur mit Produkten aus einem Umkreis von rund 50 Kilometern. Draußen sitzt man auf einer Gartenterrasse unter Platanen.

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Durch den Schweizer Jura

Gravel · 166 km · 3780 Hm · komoot: schwer, zwei bis vier Tage · Start: Delémont, Ziel: Couvet

Rauer ist die Gravelroute durch den Jura. Sie beginnt in Delémont und endet nach 166 Kilometern in Couvet im Val-de-Travers. Mit 3780 Höhenmetern verlangt sie mehr Anstieg als jede andere der 14 Routen; gut 70 Kilometer verlaufen auf losem Untergrund. Nach zwölf Kilometern folgt sie einem Kammweg. Bei Saint-Ursanne erreicht sie den Doubs; in der mittelalterlichen Kleinstadt liegt das Hotel Peanut Lodge. Danach geht es über Abschnitte des Jura-Bike-Trails und durch Wytweiden, die für den Jura typischen Weiden mit locker verteilten Fichten. Als Käserei empfiehlt Schweiz Tourismus die Fromagerie des Franches-Montagnes.

Das Ziel, das Hôtel de l’Aigle in Couvet, liegt in dem Tal, das als Heimat des Absinths gilt. Forschende haben diese Herkunft inzwischen infrage gestellt. Verboten war der Absinth in der Schweiz von 1910 bis 2005.

Waadt: Trails über Montreux, Käse im Pays-d’Enhaut

Montreux Panorama Bike

Mountainbike · 29,7 km · 1250 Hm · komoot: schwer, fortgeschrittene Fahrtechnik · Start und Ziel: Bahnhof

Die Mountainbike-Runde bleibt oben in den Hängen über dem Genfersee, weit weg vom Seeufer, an dem Montreux im Sommer sein Jazzfestival feiert. Nach knapp fünf Kilometern blickt man bei Les Verraux auf den See, nach knapp acht ist der Col de Soladier erreicht. Der höchste Punkt liegt bei 1630 Metern. Auf 30 Kilometern kommen 1250 Höhenmeter zusammen, und komoot verlangt fortgeschrittene Fahrtechnik: Elf Kilometer verlaufen auf Wegen, dreieinhalb auf Singletrails.

Nach knapp 20 Kilometern kommt man am Restaurant Les Fougères oberhalb von Blonay vorbei, das saisonal und mit Zutaten aus der Umgebung kocht. Kurz vor dem Ziel passiert die Strecke den Scex que Plliau. Der Name stammt aus dem Waadtländer Dialekt und bedeutet „Felsen, der weint“. Um den Ort rankt sich eine Feenlegende. Als Unterkunft nennt Schweiz Tourismus das Hôtel de Châtonneyre in Corseaux, am Rand der Rebterrassen des Lavaux.

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Durch die Dörfer des Pays-d’Enhaut

Mountainbike · 36,6 km · 1100 Hm · komoot: schwer, fortgeschrittene Fahrtechnik · Start und Ziel: Château-d’Œx

Das Pays-d’Enhaut, das „obere Land“, liegt im Osten der Waadt an der Grenze zum Kanton Bern. Die zweite Mountainbike-Runde beginnt in Château-d’Œx und folgt zunächst einem ruhigen Weg an der Saane, die hier Sarine heißt. Nach einem Singletrail mit Aussicht erreicht sie bei Kilometer 25 Rougemont. Dort stellt die Fromagerie Fleurette die Tomme Fleurette her, einen kleinen Weichkäse aus Rohmilch. Ein paar hundert Meter weiter steht das Hôtel de Commune, ein historischer Gasthof. Auf dem Rückweg quert die Strecke die Saane auf dem Pont Turrian, einer Hängebrücke von 1883. komoot rechnet auch hier mit fortgeschrittener Technik und einzelnen Schiebestücken.

Fribourg: Zweimal über den Röstigraben

Röstigraben-Tour

Mountainbike · 39 km · 1220 Hm · komoot: schwer, technische Grundkenntnisse genügen · Start und Ziel: Schwarzsee

Röstigraben nennen die Schweizer die Sprachgrenze zwischen der deutsch- und der französischsprachigen Schweiz. Diese Mountainbike-Runde überquert sie zweimal. Sie beginnt am Schwarzsee, wo Deutsch gesprochen wird, und steigt über die Alpen Untere und Obere Euschels zum Euschelspass. Dahinter stehen die Gastlosen, eine gezackte Kette aus Kalkfelsen. Unten im Tal liegt Jaun mit seinem Wasserfall, ein deutschsprachiges Dorf, obwohl es zum Greyerzbezirk gehört.

Dann beginnt das französischsprachige Gebiet. Nach knapp 18 Kilometern kommt die Buvette Les Invuettes, eine Alpwirtschaft, danach Charmey mit dem Hotel Cailler und den Bains de la Gruyère, einem Thermalbad. Über Singletrails mit Panorama geht es zur Alp La Balisa, deren Käserei mit Berghütte die letzte Station vor dem Schwarzsee ist. Technisch genügen laut komoot Grundkenntnisse, konditionell verlangt die Runde mehr: 1220 Höhenmeter auf 39 Kilometern.

Route Alphüttenzauber

Von Fribourg zum Schwarzsee

E-Bike · 35,4 km · 810 Hm bergauf, 360 bergab · komoot: mittelschwer · Start: Fribourg, Ziel: Schwarzsee

Ohne Trails kommt man mit der E-Bike-Route aus Fribourg an den Schwarzsee. Sie ist eine der beiden Routen, die komoot als mittelschwer einstuft, und fast durchgehend asphaltiert. Auch sie quert die Sprachgrenze: Fribourg ist zweisprachig, am Schwarzsee spricht man Deutsch. Los geht es in der Altstadt mit ihren rund 200 gotischen Fassaden; nach wenigen hundert Metern liegt das Restaurant Le Grand-Pont mit Panoramablick. Über Pierrafortscha führt die Strecke ins Senseland. Wo Kalte und Warme Sense zusammenfließen, einige Kilometer vor dem Ziel, gibt es Picknickplätze. Am Ziel hat die Hostellerie am Schwarzsee eine Terrasse und verleiht Pedalos. Mit der Sesselbahn der Kaisereggbahnen kommt man von dort zur Alpkäserei auf der Riggisalp.

Bern und Gstaad: Gürbetal und Saanenland

Gstaads Pédaleur de Charme

Rennrad · 58,9 km · 1030 Hm · komoot: schwer · Start und Ziel: Bahnhof Gstaad

Im Saanenland erzählt man, Gott habe bei der Schöpfung eine Pause eingelegt und die Hand aufgestützt. Ihr Abdruck sei das Saanenland, die vier Täler seien seine Finger. Die Rennradrunde fährt sie nacheinander ab, in Schleifen, die immer wieder in Gstaad zusammenlaufen. Zuerst geht es über Schönried hinauf nach Saanenmöser und über Saanen zurück, dann ins Turbachtal und über Trom nach Lauenen, zuletzt nach Gsteig am Fuß des Col du Pillon.

Für die Pausen empfiehlt Schweiz Tourismus den Bären in Gsteig, ein Hotel mit Restaurant, und das Restaurant am Lauenensee, einen Abstecher oberhalb von Lauenen. Die Runde endet am Posthotel Rössli in Gstaad. Es öffnete 1845 als Gasthaus und gilt als ältestes Hotel des Ortes; seit 1922 gehört es der Familie Widmer. Wer mehr will als 1030 Höhenmeter, hängt den Col du Pillon oder den Jaunpass an.

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Route Gstaad Pédaleur de Charme GSTAAD

Gürbentaler-Loop

Gravel · 66,5 km · 780 Hm · komoot: schwer · Start: Berner Altstadt, Ziel: Restaurant Löscher, Bern

Die Gravelrunde beginnt in der Berner Altstadt, seit 1983 Unesco-Welterbe, und verlässt die Stadt an der Aare entlang. Über Waldwege steigt sie zum Aussichtspunkt Chutze auf dem Belpberg; nach 28 Kilometern liegt das Hotel Schloss Gerzensee am Weg. Dann führt sie ins Gürbetal. Schweiz Tourismus verspricht Badeplätze; einer davon ist die Gürbebadi in Thurnen. Knapp zwei Drittel der Strecke sind asphaltiert; der höchste Punkt liegt auf 880 Metern. Zurück in Bern endet die Runde im Restaurant & Bar Löscher an der Viktoriastrasse. Der Name passt: Das Lokal ist in die Alte Feuerwehr Viktoria eingezogen.

Andermatt: Drei Pässe und die Tremola

The High Triple: Susten, Grimsel, Furka

Rennrad · 120 km · 3680 Hm · komoot: schwer · Start und Ziel: Bahnhof Andermatt

Andermatt liegt im Urserntal. Von hier aus erreicht man Furka, Gotthard und Oberalp, nach einer Abfahrt auch den Susten. Die Rennradrunde verbindet Susten, Grimsel und Furka; komoot rechnet mit knapp acht Stunden reiner Fahrzeit. Vom Bahnhof Andermatt geht es durch die Schöllenenschlucht hinunter nach Wassen, dann hinauf zum Sustenpass, vorbei am Steingletscher. Nach der Abfahrt ins Haslital folgt die Grimsel mit ihren Stauseen, von Gletsch aus der Anstieg zur Furka.

In einer Kehre der Furkastraße steht das Hotel Belvédère. Es wurde 1882 gebaut, damals lag der Rhonegletscher wenige hundert Meter entfernt; inzwischen hat er sich um mehr als einen Kilometer zurückgezogen. Bekannt wurde das Haus 1964 durch den James-Bond-Film „Goldfinger“; seit 2015 ist es geschlossen. komoot verzeichnet an der Furka eine eigene James-Bond-Kurve. Am Ende stehen 120 Kilometer und 3680 Höhenmeter; der höchste Punkt liegt an der Furka auf gut 2400 Metern. Für die Einkehr in Andermatt nennt Schweiz Tourismus das Hotel Sonne, zum Übernachten das Radisson Blu Reussen.

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Rennvelo Furka 6

Andermatt – Gotthardpass – Airolo

Rennrad · 22,7 km · 650 Hm bergauf, 970 bergab · komoot: mittelschwer · Start: Bahnhof Andermatt, Ziel: Bahnhof Airolo

Die kürzeste der 14 Routen ist eine Passüberquerung von Nord nach Süd. Vom Bahnhof Andermatt geht es über Hospental und Teile der alten Gotthardstraße hinauf zur Passhöhe und auf der Tremola hinunter nach Airolo. Knapp zehn der 22,7 Kilometer sind gepflastert. komoot stuft die Strecke als mittelschwer ein; auf dem Kopfsteinpflaster der Kehren rüttelt es trotzdem kräftig. Zurück nach Andermatt fährt man mit dem Zug über Göschenen. Auch hier gilt: Von November bis Mai sind Teile der Strecke gesperrt.

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Bike Hotels und Lodgings

Schweiz Tourismus führt eine Liste von Bike Hotels. Aufgenommen wird, wer unter anderem einen Waschplatz mit Werkzeug für das Rad bietet, Sportkleidung über Nacht wäscht und Gästen am Abreisetag noch eine Dusche ermöglicht. Dazu kommen Frühstück und Lunchpakete, Tourenunterlagen und Kontakte zu Radgeschäften für Miete, Führungen und Reparaturen.

Praktisches

Routen: Alle 14 Strecken sind öffentlich bei komoot gespeichert, sieben davon in der Sammlung „Grand Gourmet Rides in der Schweiz“. Mit einem komoot-Konto lassen sie sich speichern, als GPX-Datei herunterladen oder an einen Radcomputer schicken. Beschreibungen nach Radtyp stehen auf myswitzerland.com.

Anreise mit dem Rad: Jede Route beginnt an einem Bahnhof oder einer Bushaltestelle. In Schweizer Zügen braucht das Rad ein Velobillett; erreicht es 15 Franken, bietet die SBB automatisch die Velo-Tageskarte an. Vom 21. März bis 31. Oktober ist in Intercity-Zügen eine Veloplatzreservierung für 2 Franken nötig: täglich auf den Linien IC2/IC21 durch den Gotthard-Basistunnel und IC5/IC51 am Jurasüdfuß, auf den übrigen IC-Linien von Freitag bis Sonntag und an Feiertagen. In EC- und ICE-Zügen gilt die Pflicht das ganze Jahr. E-Bikes bis 25 km/h und S-Pedelecs fahren mit, pro Person ein Rad. sbb.ch

Gepäck: Eurotrek transportiert Gepäck bis 20 Kilogramm pro Person von Unterkunft zu Unterkunft. Abgeholt wird bis 9 Uhr, zugestellt bis 18 Uhr.

Pauschalen: Ein fertiges Paket für die Grand Gourmet Rides gibt es bisher nicht. Eurotrek bietet in mehreren der Regionen eigene Velo- und Bikeferien mit Gepäcktransport, Reiseunterlagen, Navigations-App und SchweizMobil-Plus-Abo an, etwa die Rundtour Drei-Seen-Land ab Biel (ab 969 Franken), die Freiburger Fondue Runde ab Murten (ab 1015 Franken) und das Vier-Pässe Bike ab Andermatt (ab 1345 Franken). Stand: Oktober 2026. Angebote bei myswitzerland.com

Saison: Gotthard, Susten, Grimsel und Furka sind im Winter gesperrt; komoot nennt für die Gotthard-Routen November bis Mai. Viele Alpkäsereien und Buvetten öffnen nur im Sommer; es lohnt sich, die Öffnungszeiten vor der Tour zu prüfen.

Übernachten: Die Liste der Bike Hotels führt Schweiz Tourismus auf myswitzerland.com. Hotels entlang der Routen sind in den Beschreibungen oben genannt.

FAQ – Häufige Fragen zu den Grand Gourmet Rides

Was sind die Grand Gourmet Rides?

Ein Angebot von Schweiz Tourismus: 14 Radrouten in sieben Regionen, die Radfahren mit regionalem Essen verbinden. Jede Route führt an Käsereien, Grotti, Weinkellern oder Restaurants vorbei, die Schweiz Tourismus als Pause empfiehlt. Die Strecken sind öffentlich bei komoot gespeichert; myswitzerland.com sortiert sie nach Rennrad, Gravelbike, Mountainbike und E-Bike.

Wie viele Routen gibt es, und für welche Räder?

14: vier für das Rennrad, fünf für das Gravelbike, drei für das Mountainbike und zwei für das E-Bike. Sieben davon stehen zusätzlich in der komoot-Sammlung „Grand Gourmet Rides in der Schweiz“, die zusammen 626 Kilometer und 11.770 Höhenmeter misst.

Welche Regionen sind dabei?

Sempachersee und Seetal, das Tessin, Jura und Drei-Seen-Land, die Waadt mit Montreux und dem Pays-d’Enhaut, die Region Fribourg, Bern mit dem Saanenland um Gstaad sowie Andermatt. Jede Region hat zwei Routen.

Welche Route eignet sich für Einsteiger?

Am ehesten die E-Bike-Route von Fribourg zum Schwarzsee: 35 Kilometer, fast nur Asphalt, von komoot als mittelschwer eingestuft. Ebenfalls mittelschwer ist die Rennradroute von Andermatt über den Gotthard nach Airolo, 22,7 Kilometer lang; das Kopfsteinpflaster der Tremola verlangt aber Sicherheit auf dem Rad. Alle anderen Routen stuft komoot als schwer ein.

Welche Route ist die anspruchsvollste?

Nach Höhenmetern die Gravelroute durch den Jura mit 3780 Metern Anstieg auf 166 Kilometern, verteilt auf zwei bis vier Tage. Für einen einzigen Tag verlangt The High Triple am meisten: Susten, Grimsel und Furka mit dem Rennrad, 120 Kilometer und 3680 Höhenmeter.

Kann man die Grand Gourmet Rides als Paket buchen?

Ein fertiges Paket gibt es bisher nicht. Die Routen sind frei zugänglich und lassen sich auf eigene Faust fahren. Wer Gepäcktransport und Unterkünfte organisiert haben möchte, findet beim Veranstalter Eurotrek, einem Partner der Kampagne, Velo- und Bikeferien in mehreren der Regionen.

Wie kommt man mit dem Rad zum Start?

Mit Bahn oder Bus, denn jede Route beginnt an einem Bahnhof oder einer Haltestelle. In Schweizer Zügen braucht das Rad ein Velobillett; ab 15 Franken bietet die SBB automatisch die Velo-Tageskarte an. Zwischen 21. März und 31. Oktober ist in vielen Intercity-Zügen zusätzlich eine Reservierung für 2 Franken nötig.

Darf man E-Bikes im Zug mitnehmen?

Ja. Die SBB nimmt E-Bikes bis 25 km/h und S-Pedelecs bis 45 km/h mit, sofern Platz ist. Pro Person ist ein Rad erlaubt.

Wann ist die beste Zeit für die Grand Gourmet Rides?

Für die Passrouten an Gotthard, Susten, Grimsel und Furka der Sommer und der frühe Herbst, denn die Straßen sind im Winter gesperrt; komoot nennt für die Gotthard-Routen November bis Mai. Die Routen im Mittelland, etwa am Sempachersee und im Drei-Seen-Land, lassen sich länger im Jahr fahren. Alpkäsereien und Buvetten haben meist nur im Sommer geöffnet.

Wo findet man die GPX-Daten?

Bei komoot. Jede Route ist dort öffentlich gespeichert und lässt sich mit einem komoot-Konto speichern, herunterladen oder an einen Radcomputer schicken. Die Karten in diesem Artikel führen direkt zu den Touren.

Was bedeutet Röstigraben?

So nennen die Schweizer die Sprachgrenze zwischen der deutsch- und der französischsprachigen Schweiz, nach der Rösti, die als typisch deutschschweizerisch gilt. Die Röstigraben-Tour im Kanton Fribourg überquert sie zweimal: vom deutschsprachigen Schwarzsee über Jaun nach Charmey, wo Französisch gesprochen wird, und zurück.

Was ist die Tremola?

Die historische Südrampe der Gotthardpassstraße zwischen Passhöhe und Airolo. Sie wurde 1827 bis 1832 gebaut, hat auf ihrem bekanntesten Abschnitt 24 Kehren auf vier Kilometern und ist zu großen Teilen mit Granit gepflastert. Sie gilt als längstes Straßenbaudenkmal der Schweiz. Zwei der Grand Gourmet Rides fahren sie hinunter.


Autor Tom Jutzler
Tom Jutzler
Fotos: © Schweiz Tourismus