SOTO Windmaster im Praxistest auf 3.000 Metern
Drei Grad unter Null, Wind wie aus dem Düsenrohr – und mittendrin der Geruch von frisch aufgebrühtem Kaffee.
Es gibt Ausrüstung, die sich im Alltag bewähren muss. Und dann gibt es Ausrüstung, die sich am Berg bewähren muss. Der SOTO Windmaster gehört zur zweiten Kategorie. Wir haben den ultraleichten Gaskocher mit auf den Schwarzenstein in Südtirol genommen. Oben auf über 3.000 Metern, zwischen Eis und Schnee, war klar: Wenn dieser Kocher hier nicht performt, dann war’s das mit dem heißen Kaffee.
Hier trennt sich Spielzeug von Ausrüstung
Wir sind Anfang Juli am Schwarzenstein unterwegs. Auf dem Berg liegt frischer Schnee, am Grat peitscht der Wind. Klassisches Wetterfenster für schnelle Gipfelbesteigungen – und der perfekte Härtetest für einen Kocher, der sich „Windmaster“ nennt.
Was sich sofort zeigt: Der Name ist nicht übertrieben. Während andere Kocherflammen bei der kleinsten Brise flackern oder gar ausgehen, brennt der Soto wie festgenagelt. Der konkave Brennerkopf und das mikroregulierbare Ventil liefern konstant Hitze – auch bei Windböen, bei denen wir selbst kaum die Kamera ruhig halten konnten.
Konstruktion & Bedienung
Der SOTO Windmaster ist ein ultraleichter, hochfunktionaler Gaskocher für Schraubkartuschen (EN 417) – und wie gemacht für anspruchsvolle Touren. Mit dem abnehmbaren 4Flex-Topfhalter bringt er gerade einmal 87 Gramm auf die Waage. Wer noch minimalistischer unterwegs ist, kann auf den kleineren TriFlex-Topfhalter (separat erhältlich) umsteigen und das Gewicht auf 67 Gramm reduzieren.
Trotz seiner Leichtigkeit überzeugt der Kocher mit einer erstaunlich robusten und durchdachten Bauweise. Die Topfauflage misst 14,3 cm im Durchmesser, wirkt filigran, steht aber bombenfest – egal ob Espressokocher oder ein größerer Topf für drei Personen. Der Kocher ist für 1 bis 3 Personen ausgelegt und kommt selbst bei unebenem Untergrund gut klar.
Ein echtes Highlight ist der konkav geformte, tiefer gelagerte Brennerkopf mit einem Durchmesser von 4,5 cm. In Kombination mit der gleichbleibenden Gaszufuhr liefert der Windmaster auch bei starkem Wind eine gleichmäßige, stabile Flamme. Genau das hat er auf unserem Test am windumtosten Schwarzenstein-Gletscher eindrucksvoll unter Beweis gestellt.
Der große Drehregler lässt sich präzise bedienen – sogar mit Handschuhen. Die mikrofeine Flammenregulierung erlaubt punktgenaues Köcheln ebenso wie Volldampf beim Wasserkochen. Mit einer Leistung von 3.260 Watt bringt der Windmaster 1 Liter Wasser in 3:54 Minuten zum Kochen – ein Top-Wert, gerade unter widrigen Bedingungen.
Der Gasverbrauch liegt bei 167 g/h, was in der Praxis bedeutet: Wer effizient kocht, kommt mit einer kleinen 230g-Kartusche auch auf Mehrtagestouren gut aus.
Die integrierte Piezozündung funktioniert auch bei Temperaturen knapp unter Null zuverlässig – ein Klick genügt, und der Kocher startet. Besonders bei kalten Fingern oder nassem Wetter ein echtes Komfort-Plus.
Durch das minimale Packmaß und die abnehmbaren Topfauflagen verschwindet der Kocher problemlos im kleinsten Topfset oder einer Seitentasche im Rucksack. Optional ist der Windmaster sogar zum Multifuel-Kocher erweiterbar, wenn das passende Zubehör verwendet wird – ein Feature, das ihn auch für Expeditionen oder Reisen in abgelegene Regionen interessant macht.
Hergestellt wird der Kocher in Japan, was sich in der durchgängig hochwertigen Verarbeitung und Detailtreue widerspiegelt. Wer auf absolute Verlässlichkeit angewiesen ist, bekommt hier ein Werkzeug, das mitgedacht wurde – bis ins kleinste Bauteil.
Praxistest: Kaffee in der Kälte
Der Wind reißt über die Felsen und formt Raureif zu bizarren, federartigen Gebilden – als hätte der Sturm selbst die Landschaft geschnitzt. Vor uns zischt die kleine Bialetti auf dem Windmaster. Keine Baumgrenze mehr, keine Menschenseele. Nur wir, die Höhe, und ein Kocher, der hier oben erstaunlich leise und konsequent seinen Job macht.
Die Espressokanne braucht bei diesen Wetterbedingungen rund 4 Minuten bis zum Aufkochen. Kein Flackern, keine Nachregulierung. Nur ein sattes, durchgängiges Brennen – fast meditativ. Dann der erste heiße Schluck Kaffee am Morgen. Mehr braucht es in diesem Moment nicht.
Fazit: Ein Kocher für alle, die draußen wirklich unterwegs sind
Der SOTO Windmaster ist kein Lifestyle-Gadget, sondern ein funktionales Werkzeug für echte Touren. Wer an windigen Gratkanten kocht oder auf hochgelegenen Biwaks angewiesen ist, wird diesen Kocher lieben. Die Kombination aus Zuverlässigkeit, Windresistenz, niedrigem Gewicht und smarter Konstruktion macht ihn zu einem der besten Kocher, die wir bisher testen durften.
Pro
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Herausragende Windstabilität
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Extrem leicht & kompakt
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Präzise Regulierung der Flamme
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Hochwertige Verarbeitung
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Funktioniert auch bei Kälte
Contra
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Piezozündung bei starker Feuchtigkeit leicht anfällig (klassisches Problem)
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Kein umliegender Windschutz (aber meist nicht nötig)
WYLD-Faktor: 9,5 / 10
„Der Windmaster hat auf über 3.000 m geliefert, was sein Name verspricht – und uns den besten Kaffee des Sommers gekocht.“