Sunlight IBEX Pre-Order: Der 4×4-Campervan auf VW Crafter Basis geht in Serie

Der Moment, in dem aus einem Konzeptfahrzeug ein Serienprodukt wird, ist immer ein Testmoment. Für die Marke. Für die Substanz hinter den Versprechen. Der Sunlight IBEX hat diesen Test bestanden – mit einer Einschränkung, die man kennen sollte, bevor man reserviert.
Ab August 2026 geht der IBEX als vollwertiges Serienfahrzeug in den Verkauf. Basis: VW Crafter mit 4MOTION-Allradantrieb. Motor: 163 PS, 8-Gang-Wandlerautomatik. Länge: 5,99 Meter. Was das für Vanlife und Offroad-Camping bedeutet – und wo das Serienmodell gegenüber dem Konzept zurücksteckt – das ist die eigentliche Geschichte.
In diesem Beitrag
- Von der Studie zum Serienfahrzeug: Was der IBEX wirklich ist
- Antrieb: 163 PS, 4MOTION, 8-Gang-Automatik
- Das GFK-Hochdach: Eigenentwicklung mit Konsequenz
- Offroad-Ausstattung ab Werk: Was wirklich dabei ist – und was nicht
- Innenraum: Für zwei Personen, konsequent durchdacht
- Vier Farben, eine Haltung
- Preis & Verfügbarkeit: Vorreservierung ab sofort
- WYLD-Einschätzung
- Technische Daten
Von der Studie zum Serienfahrzeug: Was der IBEX wirklich ist
Der IBEX ist kein Nischenprodukt, das Sunlight still in die Modellpalette schiebt. Er war von Anfang an Community-Projekt. Als das Konzeptfahrzeug im Sommer 2025 auf der Händlertagung vorgestellt wurde, gingen die Bilder auf Social Media viral – nicht wegen einer Pressekampagne, sondern weil das Fahrzeug eine echte Lücke adressiert: einen Kastenwagen-Camper mit serienmäßigem Allradantrieb, ernsthafter Offroad-Ausstattung und einer Innenraumhöhe, bei der man sich nicht ducken muss.
Die Lücke existiert. Der CLIFF 590 4×4 von Sunlight fährt auf Ford-Transit-Basis. Ein vergleichbares Fahrzeug auf VW Crafter mit serienmäßigem Allradantrieb gab es bislang von keinem Serienhersteller in dieser Klasse. Das ist die strategische Positionierung des IBEX – und sie ist klar.
Das Konzeptfahrzeug war radikal: Höherlegung, Frontbügel, Schnorchel, Lightbar, AT-Bereifung auf 18-Zoll-Felgen. Das Serienfahrzeug ist vernünftiger. Nicht schlechter – aber ehrlicher einzuordnen.

Antrieb: 163 PS, 4MOTION, 8-Gang-Automatik – die Basis stimmt
Der VW Crafter mit 4MOTION-Allradantrieb ist eine solide Wahl. Der 2,0-Liter-TDI mit 163 PS (120 kW) in Kombination mit der 8-Gang-Wandlerautomatik ist das stärkste verfügbare Aggregat im Crafter-Portfolio. Das schafft Reserven – für Bergpassagen mit Zuladung, für unbefestigte Pisten im Lehm und für das sichere Rangieren auf unebenen Stellplätzen.
4MOTION bedeutet hier ein permanent zuschaltbares System mit mechanischem Hinterachsdifferenzial. Kein Spielzeug, aber auch kein Hardcore-Geländewagen. Wer den IBEX auf Sandpisten in Marokko oder auf Schotterwegen in Skandinavien bewegen will – realistisch und sinnvoll. Wer damit echte Felsen klettern will – ehrlich gesagt nicht das Fahrzeug, und das ist kein Fehler des Konzepts, sondern eine vernünftige Erwartungshaltung.
Die Länge von 5,99 Metern ist eine echte Stärke. Der IBEX bleibt damit in einer Klasse, die noch handhabbar ist: Parkhäuser, enge Campingzufahrten, europäische Bergstraßen. Das unterscheidet ihn von den teilintegrierten Offroad-Reisemobilen, die zwar mehr Platz bieten, aber die Beweglichkeit eines Kleintransporters verlieren.
Das GFK-Hochdach: Eigenentwicklung mit Konsequenz
Das wichtigste Alleinstellungsmerkmal des IBEX ist nicht der Allradantrieb – den gibt es auch anderswo. Es ist das eigenentwickelte GFK-Hochdach, das im Innenraum eine Stehhöhe von 1,98 Metern ermöglicht. Das ist für einen Kastenwagen auf Crafter-Basis außergewöhnlich.
Die Konstruktion aus glasfaserverstärktem Kunststoff ist auf maximale Robustheit ausgelegt: witterungsbeständig, steinschlagresistent, hagelgeprüft. Was auf befestigten Campingplätzen niemanden interessiert, ist auf Schotterstraßen oder in Waldgebieten ein echter Unterschied.
In das Dach integriert ist die LED-Lightbar – eine saubere Lösung, die besser aussieht als nachträglich aufgesetzte Schienen. Ebenfalls in das Dach eingebunden ist die Markise: Sie verschwindet in der Karosserie und steht nicht über die Außenkontur hinaus. Das kennt man sonst nur von vollintegrierten GFK-Reisemobilen, die ein Vielfaches kosten.
Die seitlichen GFK-Verbreiterungen im Heckbereich – die sogenannten „Backen“ – sind funktional und optisch stimmig: Sie schaffen den nötigen Platz für das Querdoppelbett und geben dem Fahrzeug seinen markanten, muskulösen Auftritt.


Offroad-Ausstattung ab Werk: Was wirklich dabei ist – und was nicht
Hier ist Klarheit gefragt, weil die Kommunikation zwischen Konzeptfahrzeug und Serienversion für Verwirrung sorgt. Die offizielle Pressemitteilung trennt sauber zwischen Serienausstattung und optionalem Paket.
Serienmäßig an Bord:
- GFK-Hochdach mit teilintegrierter Markise
- Elektrische Offroad-Trittstufe (verschwindet hinter dem Schweller, minimiert Bodenfreiheitsverlust)
Optionales Offroad-Ausstattungspaket (ab Werk lieferbar, Aufpreis):
- LED-Lightbar (in die Dachkonstruktion integriert)
- 18-Zoll-AT-Bereifung auf Delta-Felgen
Nicht im Serienfahrzeug:
- Höherlegung des Chassis: weder serienmäßig noch optional verfügbar – das ist die wichtigste Einschränkung gegenüber dem Konzept
- Ansaugschnorchel: auf Pressefotos des Serienfahrzeugs sichtbar, Verfügbarkeit als Option noch nicht offiziell bestätigt
- Frontbügel: Status als Serien- oder Zubehöroption noch offen
Wer den IBEX kauft, bekommt ein ernsthaft ausgestattetes Reisefahrzeug für leichte bis mittlere Geländepassagen. Wer erwartet, mit dem Serienfahrzeug die gleichen Bilder wie Denis Barbas auf Island zu produzieren, der sollte wissen: Das Konzeptfahrzeug war ein Entwicklungsträger mit Sonderausstattung. Das Serienfahrzeug ist das Ergebnis dieses Tests – geerdet, alltagstauglich, kein Kompromiss in der Substanz, aber realistisch in den Grenzen.


Innenraum: Für zwei Personen, konsequent durchdacht
Der IBEX ist ein Zwei-Personen-Fahrzeug. Das zeigt sich im gesamten Grundriss.
Das Querdoppelbett im Heck misst 200 × 136 cm – ein ordentliches Maß für zwei Erwachsene. Die GFK-Verbreiterungen schaffen diesen Platz ohne Kompromisse im Außenmaß.
In der Fahrzeugmitte befinden sich Nasszelle und Küchenblock direkt gegenüber: Bad mit klappbarem Waschbecken, Toilette und Dusche – vollständig ausgestattet, kein reduzierter Kompromiss. Die Küche bietet eine schiebbare Trennwand zur Fahrerkabine, was sowohl für Privatsphäre als auch für Wärmedämmung im Winter sinnvoll ist.
Der ausziehbare Turmkühlschrank ist eine der gelungensten Lösungen des IBEX: Er ist sowohl von innen als auch von außen über die geöffnete Schiebetür zugänglich – praktisch beim Beladen von außen, ohne das Fahrzeug zu betreten.
Das VW Digital Cockpit Pro und das VW Multimedia-System sind serienmäßig – das bedeutet Navigation, Fahrerassistenz und Konnektivität auf dem aktuellen Stand der VW-Plattform, nicht auf dem eines Wohnmobilherstellers, der fünf Jahre alte Technik verbaut.
Was der IBEX nicht hat: Sitzgruppe mit Dinette für vier Personen. Die vorderen Sitze drehen sich nicht. Das ist kein Fehler – es ist eine Positionierungsentscheidung. Der IBEX ist ein Expeditionsfahrzeug für ein Paar, kein Familien-Campingbus.


Vier Farben, eine Haltung
Desert Sand, Lava Black, Stormy Grey, Glacier Blue – die vier verfügbaren Lackfarben folgen einer klaren Designsprache: Natur, Kontrast, Klarheit. Kein Pastell, kein Kompromiss in Richtung Mainstream.
Die angepasste topografische Folierung auf den Verbreiterungen ist ein Detail, das funktioniert: als Referenz an Entdecker und Kartographen, ohne ins Kitschige zu kippen. Akzente in Mattschwarz setzen einen sauberen Kontrast zu den Karosseriefarben.
Der optische Auftritt des IBEX ist stimmig – und das ist nicht selbstverständlich in einem Markt, in dem Offroad-Ästhetik oft in Overstatement endet.
Preis & Verfügbarkeit: Vorreservierung ab sofort
Bestellstart ist August 2026, zeitgleich mit dem Caravan Salon Düsseldorf – dem wichtigsten Branchentermin des Jahres. Eine kluge Entscheidung, die maximale Sichtbarkeit garantiert.
Der Preis ist noch nicht kommuniziert. Sunlight spricht von einem „fairen Preis“, was im Kontext der Marke und des Segments einzuordnen ist: Die Campervan-Modelle auf Ducato- und Transit-Basis starten derzeit zwischen rund 48.500 und 73.500 Euro. Der IBEX wird als Flaggschiff oberhalb dieser Range positioniert sein. Eine realistische Erwartung liegt bei 85.000 bis 100.000 Euro für ein gut ausgestattetes Fahrzeug – reine Einschätzung, keine offizielle Zahl.
Die Vorreservierung ist ab sofort geöffnet – unverbindlich, ohne Kaufverpflichtung, aber mit dem Signal, früh in der Produktionskette zu stehen. Wer ernsthaftes Interesse hat, sollte nicht warten.
WYLD-Einschätzung
Der IBEX ist das richtige Fahrzeug zum richtigen Zeitpunkt. Die Nachfrage nach ernsthaften Offroad-Campervans in Kastenwagen-Format ist real – und das Angebot war bislang dünn. Sunlight füllt diese Lücke mit einem Fahrzeug, das substanziell ist: VW-Technik mit Allrad, eigenentwickeltes Hochdach, durchdachter Innenraum für zwei Personen.
Die fehlende Höherlegung ist kein Versagen, sondern eine Konsequenz aus der Serienfertigung. Wer damit umgehen kann – und das können die meisten, die ehrlich über ihre Fahrzeugnutzung nachdenken –, bekommt einen der interessantesten neuen Campervans auf dem europäischen Markt.
Was offen bleibt: der Preis. Wenn Sunlight das „faire Preis“-Versprechen hält und sich der IBEX unter 90.000 Euro vollständig ausgerüstet bewegt, ist er ein klarer Empfehlungskandidat. Darüber verliert er seinen Hauptvorteil gegenüber spezialisierten Ausbauern.
Wir werden fahren, sobald erste Fahrzeuge verfügbar sind.
Text: WYLD / Bilder: Sunlight

