Unsichtbare Architekten: Die Mountainbike-Trail-Crew in Davos
Wer in der Region Davos Klosters über perfekte Serpentinen gleitet, sanft gesetzte Anlieger spürt und nach einem Gewitter trotzdem griffige Linien findet, fährt nicht nur auf Schotter und Erde – sondern auf der Arbeit einer Crew, die unentwegt unterwegs ist. Die Trail-Crew hält das gewaltige Wegnetz zwischen Jakobshorn, Parsenn, Rinerhorn & Co. am Laufen – Tag für Tag, von Frühling bis Herbst.
Die Trail-Crew Davos ist in der schneefreien Saison täglich in den Bergen, grob von Mitte Mai bis Mitte Oktober. Ihr Auftrag ist so einfach wie enorm: Unterhalt auf hunderten Kilometern Singletrail – jeder Weg mindestens zweimal pro Jahr, stark frequentierte Routen häufiger. Wartung, Entwässerung, Reparatur: ein Kreislauf, der nie endet. Wer früh am Jakobshorn unterwegs ist, sieht sie mit Schaufeln, Rechen, Hacken. Manchmal mit Kleinbagger, oft zu Fuß. Sie öffnen Wasserabläufe, ziehen neue Drainagen, stopfen Bremswellen, sichern lose Steine. Nach Unwettern schaufeln sie Erdrutsche weg, setzen Holzbrücken, bauen Bachquerungen neu. Damit das Weiden im Sommer weitergehen kann, montiert die Crew Zaundurchgänge und Kippstangen – kleine Details, ohne die ein Miteinander aus Alp- und Bikesaison nicht funktioniert.
Wie Davos’ Trails so gut werden – und bleiben
Die Trail-Crew Davos ist in der schneefreien Saison täglich in den Bergen, grob von Mitte Mai bis Mitte Oktober. Ihr Auftrag ist so einfach wie enorm: Unterhalt auf hunderten Kilometern Singletrail – jeder Weg mindestens zweimal pro Jahr, stark frequentierte Routen häufiger. Wartung, Entwässerung, Reparatur: ein Kreislauf, der nie endet. Wer früh am Jakobshorn unterwegs ist, sieht sie mit Schaufeln, Rechen, Hacken. Manchmal mit Kleinbagger, oft zu Fuß. Sie öffnen Wasserabläufe, ziehen neue Drainagen, stopfen Bremswellen, sichern lose Steine. Nach Unwettern schaufeln sie Erdrutsche weg, setzen Holzbrücken, bauen Bachquerungen neu. Damit das Weiden im Sommer weitergehen kann, montiert die Crew Zaundurchgänge und Kippstangen – kleine Details, ohne die ein Miteinander aus Alp- und Bikesaison nicht funktioniert.
Ihre Arbeit folgt zwei Linien: Soforthilfe und Prävention. Nach Starkregen geht es darum, Trails schnell wieder sicher zu machen – Absperren, Sichern, Ausbessern. In den ruhigen Fenstern dazwischen beugt die Crew Erosion vor: gut gesetzte Entwässerungen, sanfte Kurvenradien, befestigte Kurvenausfahrten und punktuell Naturstein-Verstärkungen, damit der nächste Wolkenbruch weniger anrichten kann. So entsteht der Unterschied zwischen einem Weg, der „da ist“, und einem Trail, der lebt.
Dass diese Arbeit mehr ist als Kosmetik, zeigt sich auf Davos’ Vorzeigeprojekten. Der „Alps Epic Trail“ – über 40 Kilometer vom Jakobshorn nach Filisur – wurde von der IMBA als Epic Trail ausgezeichnet; sein Zustand nach harten Sommern ist kein Zufall, sondern Ergebnis täglicher Routine und gezielter Sanierungen. Ähnliches gilt für die Gotschna-Freeride-Piste: Flow lebt von Pflege. Ein perfekt modellierter Table oder ein sauberer Übergang zwischen Anlieger und Traverse hält nur, wenn jemand die Linie kennt – und sie jeden Sommer wieder freilegt. Die Trail-Crew ist genau diese Instanz. Sie macht das Marketingversprechen „Singletrail-Paradies“ jeden Morgen real.
Am Ende ist ihr Job unscheinbar radikal: Sie schützt Wege als Kulturgut, schont Böden und Wurzeln, lenkt Wasser, vermeidet Ausweichspuren – und erhält genau die Natur, die wir auf dem Bike suchen. Wenn Sie das nächste Mal im Sertig ins Tal schweben: Schauen Sie kurz auf die feinen Rinnen im Kies, die gebrochene Kante in der Kurve, den sauber gesetzten Wasserablauf. Da ist die Handschrift der Crew.
Vier besondere Abfahrten – unsere Bike-Tipps
1) Alps Epic Trail Davos — die lange Linie ins Albulatal
Ein Klassiker, ausgezeichnet von der IMBA: Start am Jakobshorn, dann ein rhythmischer Flow via Sertig und Monstein bis nach Filisur – über 40 km Gesamtlinie, konditionell fordernd, technisch meist S2 mit kurzen, steinigeren Passagen. Tipp: früh starten, Bremsbeläge im Blick behalten, in Monstein Wasser auffüllen (und den Blick schweifen lassen). Rückfahrt bequem mit der Rhätischen Bahn – Bikes werden auf diesen Strecken transportiert; bei Gruppen rechtzeitig planen. Wer’s kürzer mag, steigt am Rinerhorn in die Linie ein. Saison: Ende Mai bis Mitte Oktober, je nach Schnee.
2) Gotschna Freeride — A-Line-Feeling in Klosters
Die Freeride-Piste von Gotschnaboden nach Klosters bietet eine dichte Abfolge aus Anliegern, Wellen und Tables – ideal für versierte Fahrer, mit einfacheren Linien für Einsteiger. Rund fünf Kilometer Abfahrt, Bike-Transport via Gotschnabahn; geöffnet üblicherweise Ende Juni bis Mitte Oktober. Schoner an, Druck auf die Pedale, Blick weit nach vorn – dann rollt der Flow. Wer springen üben will, tastet sich an die Tables schrittweise heran und hält Versetzmanöver auf Holz-/North-Shore-Elementen sauber. Bei Nässe mit Respekt fahren: Wurzeln und Holz sind rutschig.
3) Panoramaweg — Weissfluhjoch, Felsenweg, Gotschnagrat
Hochalpine Schaulaufstrecke: vom Weissfluhjoch über den Felsenweg zum Strelapass, weiter als Panoramaweg Richtung Parsenn/Gotschnagrat und je nach Laune Richtung Klosters abtauchen. Grandioser Tiefblick, stellenweise ausgesetzt – hier zählt sauberes, ruhiges Fahren. Technik: kontrollierte Vorderradbremse auf Schotter, sauberer Körperschwerpunkt in ausgesetzten Querungen. Wer unsicher ist, schiebt kurz: Dem Panorama tut’s keinen Abbruch. Perfekt an warmen, trockenen Tagen; nach Gewittern wartet man, bis die heiklen Schiawang-Passagen abtrocknen.
4) Zügenschlucht-Runde — schmal, spektakulär, still
Vom Rinerhorn Richtung Monstein und Wiesen, hoch über der wilden Schlucht zurück: ein Stück Davoser Geschichte als Singletrail. Der Pfad ist teilweise exponiert – nur für sichere Fahrerinnen und Fahrer. Belohnung: Waldduft, Felsbänder, Viaduktblicke. Tipp: kleine Gruppe, klare Absprachen, an Engstellen absteigen – „Trail-Toleranz“ leben. Wer müde ist oder das Wetter zieht auf, weicht in Wiesen oder Filisur auf die RhB aus. Nach Stürmen können Abschnitte kurzfristig gesperrt sein – vor der Tour kurz die Lage checken.
Wenn du nur eine Bitte der Crew mitnimmst: Fahr vorausschauend, grüße Wandernde und lass den Trail (soweit möglich) so zurück, wie du ihn vorgefunden hast – vielleicht sogar ein kleines bisschen besser.